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Stimmen über den Kongress

Im Anschluss an den Kongress haben wir mit einigen der Referenten gesprochen. Dies sind ihre ganz persönlichen Eindrücke vom Kongress.


Interview mit Renée Hansen (Freie Kommunikationsberaterin)

Aus welchem beruflichen Bereich kommen Sie? In welcher Weise kommen Sie dort mit dem Thema Krisenkommunikation in Berührung?
"Ich bin seit mittlerweile 15 Jahren als Kommunikationsberaterin beruflich tätig und habe aus dieser Rolle heraus eine ganze Reihe von Unternehmen beraten, die sich mit unserer Hilfe auf potentielle Krisen vorbereitet haben. Wir sind auch gemeinsam durch richtige Krisen gegangen."

Wie ist es zu Ihrer Teilnahme am Krisenkommunikationskongress Ilmenau gekommen? Welchen Bezug haben Sie zu Ilmenau?
"Mit Ilmenau bin ich schon sehr früh in Kontakt gekommen. Dr. Altmeppen hatte mich gebeten im Rahmen der Entwicklung eines E-Learning Tools - da ich zwei Bücher über Konzeptionstechniken geschrieben habe - ihm dazu Rede und Antwort zu stehen. Mittlerweile habe ich auch mehrere Praktikanten von hier zu Burson-Marsteller vermitteln können. Eine junge Kollegin wurde vor anderthalb Jahren als Trainee eingestellt - sie ist mittlerweile Junior Beraterin. Im Augenblick ist eine Studentin aus Ilmenau bei Burson-Marsteller, die ihre Diplomarbeit über Krisenkommunikation schreibt."

Was ist ihr erster Eindruck von der Veranstaltung? Wie gefällt es Ihnen? Haben Sie Lob- und Kritikpunkte?
"Ich bin wirklich beeindruckt von dem hohen Grad an Professionalität, sowohl was die inhaltliche Vorbereitung angeht, die Auswahl der Referenten aber auch die Organisation. Was mich erstaunt und gleichzeitig auch erfreut hat, ist die Tatsache, dass dieser Kongress rein studentisch organisiert ist, d.h. dass auch Professoren uneitel genug waren, die Studenten alleine machen zu lassen. Ein großes Lob an die gesamte Universität, dass so etwas möglich ist. Mein Eindruck ist auch, dass die Studenten, die hier waren, sehr aktiv und rege an der Diskussion teilgenommen haben. Ich hoffe, dass alle mit einem ganzen Rucksack voll Anregungen und Ideen, vielleicht auch Abschlussarbeitsideen, wieder nach Hause reisen."

Was nehmen sie aus Ilmenau an Erfahrungen, Erinnerungen oder besonderen Erlebnissen mit?
"Mich hat es einfach gefreut, dass zu dem positiven Eindruck, den ich aus der Ferne immer hatte, jetzt auch noch ein positiver Eindruck von vor Ort gekommen ist. Was sie hier gemacht haben ist im besten Sinne des Wortes eigene PR für die Universität, denn ich denke, dass alle Referenten mit einem ganz positiven Eindruck davon gehen."


Interview mit Oberstleutnant i.G. Harald Kammerbauer (Bundesministerium der Verteidigung)

Herr Kammerbauer, sind Sie so nett und sagen uns einige Worte zu Ihrem beruflichen Umfeld - in welcher Weise kommen Sie dort mit dem Thema Krisenkommunikation in Berührung?
"Ich bin Oberstleutnant und Angehöriger des Presse- und Informationsstabes der Bundeswehr. Dieser Stab ist Leitungsorgan des Bundes ministeriums der Verteidigung in Berlin. Als zuständiger Pressesprecher für elektronische Medien bin ich auch für die Mitarbeiterkommunikation - das nennt sich bei der Bundeswehr "Truppeninformation" - verantwortlich. Zentrale Träger der Truppeninformation sind die Medien der Bundeswer, - Intranet, Internet, Printmedien, Radio und Fernsehen - ich bin für deren Koordination zuständig, insbesondere auch in Krisensituationen."

Was war eine Ihrer bedeutendsten Krisen und wie Sie damit kommunikativ damit umgegangen?
"Besonders seit die Bundeswehr eine "Armee im Einsatz" wurde haben wir es immer öfter mit Krisen zu tun. "Krise" definiert sich u.a. als "die Bedrohung von Existenz, Leib oder Leben von Menschen". Unsere Soldaten im Einsatz sind dieser Bedrohung permanent und in besonderem Maße ausgesetzt. Nehmen Sie den verheerenden Anschlag im Juli 2003 in Afghanistan, in Kabul, als bei einem Sprengstoffanschlag gegen einen Bundeswehrbus vier Kameraden ums Leben kamen und weitere 28 teils schwer verletzt wurden. Uns geht es bei solchen tragischen Vorfällen dann natürlich erst einmal um schnelle, vor allem aber um gesicherte Informationsgewinnung und anschließende Weitergabe an unsere Mitarbeiter, mindest so ausführlich und so schnell wie an die Öffentlichkeit. Limitierender Faktor sind dabei immer der Schutz der Betroffenen und der Angehörigen. Für die interne Veröffentlichung bedienen wir uns in diesen Fällen unserer flexibelsten und schnellsten Kommunikationsmittel, dem Intranet und Internet oder auch dem Bundeswehr-TV. Alle unmittelbar und mittelbar Betroffenen werden selbstverständlich im persönlichen Gespräch informiert, darauf legen wir im Sinne einer vertrauensvollen Mitarbeiterkommunikation größten Wert."

Kommen wir nun zum Kongress in Ilmenau - wie hat sich Ihre Teilnahme ergeben?
"Zur Universität bestehen schon seit längerem Beziehungen, insbesondere über Studenten, die ihre Magister- bzw. Diplomarbeit über Mitarbeiterkommunikation und speziell zum Internetauftritt der Bundeswehr geschrieben haben. Die Technische Universität ist mir also durchaus nicht unbekannt. Es war sehr interessant, sie nun auch persönlich kennen gelernt zu haben."

Wie ist Ihr Eindruck vom Kongress?
"Ich muss Ihnen ganz ehrlich sagen, Kritikpunkte habe ich gar keine, wenn ich das vorweg nehmen darf. Ich bin - und das meine ich auch ganz ehrlich - regelrecht begeistert von der Organisation und vom Inhalt des Kongresses. Ich habe selbst eine ganze Reihe von Veranstaltungen organisiert beziehungsweise daran teilgenommen, ihre war organisatorisch ein Highlight, mit welcher Liebe zum Detail und insgesamt sich die Studenten in dieses Projekt eingebracht haben war wirklich beeindruckend. Aber Ihre Frage ist sicherlich mehr inhaltlicher Natur, auch hier zolle ich Ihnen meinen aufrichtigen Respekt. Die Struktur des Kongresses hat mich überzeugt, von der Initialveranstaltungen, über die Themen-Arenen bis zur abschließenden Podiumsdiskussion eine wirklich runde Sache. Ich habe es wirklich bedauert, dass ich in einer Arena fest gebunden war. Mich hätten thematisch auch die andere Arenen sehr interessiert."

Wie haben Sie die Arbeit in den Arenen erlebt?
"Nach meiner persönlichen Bewertung war das Podium vom professionellen Hintergrund sehr homogen - große Unterschiede zwischen den Referenten konnte ich nicht feststellen. Gefreut hat mich insbesondere für die Bundeswehr, dass ein sehr aktives und wirklich reges Interesse für die Erkenntnisse und Erfahrungen der Bundeswehr auf diesem Gebiet vorhanden war. Ich hatte aber auch insgesamt den Eindruck, dass in der Arena ein großes Wissensbedürfnis bei den Studenten vorlag - von daher habe ich die Arbeit als sehr positiv und in der Wahrnehmung sehr angenehm erlebt. Es herrschte ein sehr offenes Diskussionsklima."

Was nehmen Sie aus Ilmenau mit?
"Nun, von den Inhalten hinsichtlich Krisen- und Mitarbeiterkommunikation hat mich der Kongress durchaus darin bestätigt, dass die Bundeswehr gut aufgestellt ist. Vor allem die zahlreichen praktischen Hinweise aus Politik und Unternehmen haben mir geholfen zu schauen, wo man Ansätze finden könnte auch für die Bundeswehr die Krisenkommunikation noch zu verbessern. Inhaltlich war der Kongress aber auch insgesamt eine Bereicherung - vor allem mit dem vorgetragenen wissenschaftlichen Ansatz unsere eigene Arbeit zu erfahren und zu reflektieren (der Kongress war sogar Anstoß dafür, dass ich mich gemeinsam mit Prof. Löffelholz und einem Doktoranden von Ihrem Institut demnächst zusammen setze und über eine Arbeit zum Thema "Wirkungsanalyse der Mitarbeiterkommunikation der Bundeswehr" spreche). Kontakte zu den anderen Experten des Kongresses haben sich zwischenzeitlich auch zu einzelnen Austauschbeziehungen nach dem Kongress entwickelt."


Interview mit Birte Kattelmann (BASF Aktiengesellschaft)

Aus welchem beruflichen Bereich kommen Sie? In welcher Weise kommen Sie dort mit dem Thema Krisenkommunikation in Berührung?
"Als Pressesprecherin der BASF bin ich für die Bereiche Umwelt, Sicherheit und Energie, Arbeitsmedizin und Gesundheitsschutz zuständig. Unsere Pressestelle ist zugleich Kompetenzzentrum für die konzernweite Krisenkommunikation. Bei Krisenfällen an unserem Standort in Ludwighafen sind meine Kollegen und ich unmittelbar im Einsatz. Bei Krisenfällen im Ausland beraten wir unsere Kollegen vor Ort. Außerdem führen wir kontinuierlich Trainings durch. Dadurch komme ich regelmäßig mit dem Thema Krisenkommunikation in Berührung."

Wie ist Ihr erster Eindruck vom Kongress? Wie hat es Ihnen gefallen? Haben Sie Lob- oder auch Kritikpunkte?
"Besonders gut hat mir die professionelle Organisation gefallen. Jedes noch so kleine Detail wurde bedacht, die Kongressteilnehmer waren rundum versorgt. Gut funktioniert hat auch das Konzept, den Kongress in verschiedene Arenen zu unterteilen. Durch den kleinen Kreis an Studenten war eine intensive Interaktion möglich."

Sie haben den Tag gemeinsam mit Studenten in den Arenen verbracht. Wie hat Ihnen dort die Beteiligung der Studenten gefallen? War das zu sehr frontal oder kam da auch etwas von den Studenten zurück? Wie war Ihr Eindruck?
"Wir haben in unserer Arena ein Krisenplanspiel durchgeführt. Dadurch war per se eine rege Beteiligung der Studenten nötig. Sie waren sehr aktiv, hatten viele Fragen, so dass uns eher zu wenig Zeit zur Verfügung stand als zu viel."

Was nehmen sie aus Ilmenau an Erlebnissen, Erinnerungen oder besonderen Erfahrungen mit?
"Besonders beeindruckt hat mich ein Student, der bei meiner Ankunft auf dem Campus extra vom Fahrrad stieg, um mir den Weg zum Humboldtbau zu zeigen. Diese Hilfsbereitschaft hatte ich nicht erwartet. Am Humboldtbau angekommen, sah ich dann auf der Wiese direkt vor diesem modernen Gebäude eine Dame mit Pferd und Hund - ein interessanter Kontrast."


Interview mit Martin Riecken (Deutsche Lufthansa AG)

Aus welchem beruflichen Bereich kommen Sie? In welcher Weise kommen Sie dort mit dem Thema Krisenkommunikation in Berührung?
"Ich komme von der Deutschen Lufthansa AG und ich bin im Bereich der Unternehmenskommunikation für die Planung der Krisenkommunikation zuständig. Als Inhouse-Berater überprüfe ich dort die Prozesse, Tools und Abläufe und schaue, ob das Unternehmen in der Lage ist professionell auf Krisensituationen zu reagieren."

Haben Sie eine besondere Krise erlebt, die Sie hervorheben können? Ihre erste, interessantestes, spannendste Krise, die sie kurz beschreiben könnten?
"Krisensituationen bei Lufthansa sind sehr vielfältig. Wir hatten seit 2001 eine ganze Reihe von schwierigen Situationen: Pilotenstreik im Mai 2001, der 11. September, 2003 der Irak-Krieg, dann SARS. 2004 hatten wir einen Check-In Ausfall weltweit, an einem schönen Montagmorgen. Es gibt natürlich auch ad hoc Situationen wie ein Nebeltag in München, Turbolenzen auf einem Flug, Bombendrohungen - es ist alles möglich."

Kommen wir nun zum Kongress in Ilmenau. Wie hat sich Ihre Teilnahme ergeben? Warum sind Sie heute hier?
"Ich habe zugesagt, weil ich hier den Dialog mit den anderen Teilnehmern gesucht und auch gefunden habe. Außerdem denke ich, dass es gut und wichtig ist, da ich auch einmal studiert habe, dass man seine Erfahrungen mitteilt und verbreitet. Ich habe mich im Studium immer gefreut, wenn externe Leute gekommen sind und aus der Praxis berichtet haben. Das muss man, meiner Meinung nach auch zurückgeben."

Wie ist Ihr erster Eindruck vom Kongress? Wie hat es Ihnen gefallen? Haben Sie Lob- oder auch Kritikpunkte?
"Lob erstmal an die Organisation, die ist nahezu perfekt. Ich war schon auf vielen Veranstaltungen und habe auch schon selbst organisiert - hier wurde wirklich an alles gedacht. Was mir so ein bisschen gefehlt hat waren Anregungen aus der Zuhörerschar. In den Diskussionen wurden eher artige Fragen gestellt und Wissen gesammelt. Wenig, dass mal ein Finger in die Wunde gelegt oder mal gesagt wurde, das und das ist nicht gut gelaufen. Man versucht ja auch seine eigenen Dinge mal auf den Prüfstand zu stellen."

Eine letzte Frage. Was nehmen Sie aus Ilmenau mit? Sie sind wahrscheinlich das erste Mal hier gewesen. Haben sie besondere Erlebnisse oder Erfahrungen gemacht?
"Es hat mir Spaß gemacht und es ist auch mal wieder belebend in diesem universitären, studentischen Umfeld zu sein. Ich kannte die Stadt vorher nicht, ich wusste nicht einmal, dass es sie gibt, aber jetzt weiß ich zumindest, dass auch Goethe hier irgendwo herum gewandert ist und, dass es hier die TU gibt."


Interview mit Markus Wild (Verbundnetz Gas AG)

Aus welchem beruflichen Bereich kommen Sie? In welcher Weise kommen Sie dort mit dem Thema Krisenkommunikation in Berührung?
"Ich bin Pressesprecher der Verbundnetz Gas AG. Die VNG ist ein Erdgasimporteur, -großhändler und Energiedienstleister. Ich arbeite also in einer Branche, die keine Krise momentan hat, sondern wo es "dauerkriselt". Es geht zum Beispiel in den Medien um Gaspreise, Versorgungssicherheit und Gerhard Schröders Gasprom-Engagement. Wir stehen als Energieversorgungsunternehmen immer unter besonderer Beobachtung."

Haben Sie eine Krise in Ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn erlebt, die Sie besonders hervorheben würden?
"Es gab in dem Unternehmen, bei dem ich zuletzt tätig war, eine ad-hoc relevante Information, die einen Tag vor einer lang angekündigten Pressekonferenz irrtümlich raus gegangen ist - nämlich das Jahresergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres. Das war schon eine große Krise, bei der wir feuchte Hände hatten. Da kamen ungefähr 30 Anrufe innerhalb von zwei bis zweieinhalb Stunden, da wurden wir teilweise ganz schön hart befragt. In so einer Situation können Sie lediglich reagieren. Hinterher gab es dann den Versuch, das Ganze systematisch zu analysieren, um aus den Fehlern zu lernen."

Kommen wir nun zum Kongress in Ilmenau. Wie hat sich Ihre Teilnahme ergeben? In welchem Bezug stehen Sie zu Ilmenau?
"Ich habe früher in Jena gearbeitet. In meinem damaligen Unternehmen arbeiteten Wirtschaftsingenieure, Ingenieure und Physiker aus Ilmenau. Daher kannte ich Ilmenau und dessen sehr guten Ruf."

Wie ist Ihr erster Eindruck vom Kongress? Wie hat es Ihnen gefallen? Haben Sie Lob- oder auch Kritikpunkte?
"Kritikpunkte habe ich keine - ich lobhudele. Es war toll organisiert, die Themen waren knackig, es war für alle Interessenten etwas dabei und es wurde im Wesentlichen all das, was in der Unternehmenskommunikation wichtig ist behandelt. Als Kongressbesucher, der im Rahmen seines Berufes auch zu ziemlich teuren Kongressen geht, kann ich nur sagen: Lob an das ganze Organisationsteam - es hat von A bis Z alles gestimmt."

Wie haben Sie die Arenen erlebt? War es eher Frontalunterricht oder haben sich die Studenten auch aktiv beteiligt?
"Ich war angenehm überrascht, dass es von Anfang an eine so muntere Diskussion gab. Es hat großen Spaß gemacht, es gab Erkenntnisfortschritte oder mindestens Anreize, sich um Erkenntnisse weiter zu bemühen."

Was nehmen Sie aus Ilmenau mit? Haben sie besondere Eindrücke oder Erfahrungen gesammelt?
"Zunächst nehme ich gute Laune mit, weil es angenehme anderthalb Tage waren. Weiterhin nehme ich interessante Kontakte mit und vor allen Dingen auch Anregungen, was man in der Firma beim Thema Krisenkommunikation besser machen kann."

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